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Chinesischer Langleiner in Tuvalu festgesetzt

Dienstag, 14 Jul, 2026

FUNAFUTI, TUVALU — Die Polizei von Tuvalu hat am 9. Juli 2026 während einer Patrouille mit der Allankay das chinesische Langleinenschiff Lu Rong Yuan Yu 138 geentert und festgesetzt. Das Schiff wurde nachts beim Fischen in den Gewässern Tuvalus ohne Navigationslichter entdeckt, während es AIS-Daten übermittelte, die eine Position ausserhalb der Gewässer Tuvalus angaben.

Das Langleinenschiff LU RONG YUAN YU 138. Foto: Youenn Kerdavid / Sea Shepherd
Annäherung an das Schiff zum Entern und zur Inspektion. Foto: Youenn Kerdavid/Sea Shepherd.
Die Polizei von Tuvalu inspiziert die Lu Rong Yuan Yu 138. Foto: Youenn Kerdavid/Sea Shepherd.
Inspektion des Fischraums des chinesischen Langleinenfischers. Foto: Holly Knight/Sea Shepherd.
Ein Fischer zieht einen Gelbflossenthunfisch an Bord der Lu Rong Yuan Yu 138. Foto: Holly Knight/Sea Shepherd.

Bei der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte ausserdem fest, dass die erforderliche Fanggenehmigung abgelaufen war. Gemäss dem von den FFA-Mitgliedstaaten verabschiedeten Rahmenwerk für die regionale Fischereibewirtschaftung müssen ausländische Fischereifahrzeuge über eine gültige FFA-Genehmigung («Good Standing Authorization») verfügen. Ohne diese gültige Genehmigung war es dem Schiff rechtlich nicht gestattet, in den Gewässern Tuvalus zu fischen.

Ferner konnte die Polizei beobachten, dass Haie über Bord entsorgt wurden, die nicht im Logbuch erfasst waren.

Nach dieser Überprüfung und Auswertung der Schiffsverfolgungsdaten stellten die Beamten der Polizei von Tuvalu mehrere Anzeichen für mögliche illegale, nicht gemeldete und unregulierte (IUU-)Fischerei fest und beschlagnahmten das Schiff. Es wurde von der Allankay in den Hafen von Funafuti eskortiert, wo es bis zum Abschluss weiterer Ermittlungen verbleibt.

Dieser Fall zeigt, wie die Technologie zur Bereitstellung transparenter Daten auch genutzt wird, um diese Transparenz zu umgehen. Durch die Kombination von Satellitenüberwachung und Patrouillen auf See konnte ein Schiff gestoppt werden, das offenbar seinen tatsächlichen Standort verschleiern wollte. Illegale Fischerei lebt davon, unentdeckt zu bleiben. Jede erfolgreiche Kontrolle erschwert diese Strategie.

Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor Sea Shepherd Global.
Die Polizei von Tuvalu inspiziert die Brücke des chinesischen Langleinenfischers. Foto: Youenn Kerdavid/Sea Shepherd.

Was ist «AIS-Spoofing»?

AIS ist ein international anerkanntes System zur Sicherheit im Seeverkehr, das die Identität, Position, den Kurs und die Geschwindigkeit eines Schiffes automatisch an in der Nähe befindliche Schiffe und Behörden an Land übermittelt. Ursprünglich entwickelt, um das Risiko von Kollisionen auf See zu verringern, hat sich AIS auch zu einem wichtigen Instrument zur Überwachung der weltweiten Fischereitätigkeit entwickelt, das es Regierungen und der Zivilgesellschaft ermöglicht, Schiffsbewegungen zu verfolgen und verdächtiges Verhalten zu erkennen.

Die absichtliche Übermittlung falscher AIS-Daten, bekannt als "AIS-Spoofing2, erweckt den falschen Anschein, dass sich ein Schiff an einem anderen Ort als seinem tatsächlichen Standort befindet. Dies geschieht oft, um unbefugte Einfahrten in fremde oder geschützte Gewässer zu verbergen, der Überwachung und Fischereikontrolle zu entgehen, Begegnungen mit anderen Schiffen zu verschleiern oder die Herkunft illegal gefangener Fische zu verschleiern.

Die Lu Rong Yuan Yu 138 wurde bereits zuvor dabei entdeckt, wie sie in den Gewässern von Tuvalu ohne Übertragung von AIS-Daten operierte. Bei diesem Vorfall blieb ihr AIS jedoch aktiv und übermittelte eine Position, die nicht mit ihrem tatsächlichen Standort in den Gewässern von Tuvalu übereinstimmte.

Sea Shepherd media team boarding the secured vessel for documentation. Photo by Holly Knight/Sea Shepherd Global.

Eine Partnerschaft für den Ozean

Seit 2024 unterstützt Sea Shepherd Global die Polizei von Tuvalu dabei, die Ausschliessliche Wirtschaftszone Tuvalus zu überwachen. Ziel ist es, illegale Fischerei aufzudecken, Beweise für mögliche Strafverfahren zu sichern und die Durchsetzung der Fischereivorschriften zu stärken.

Die jüngste Festsetzung knüpft an die früheren Erfolge im Rahmen dieser Partnerschaft an. Bereits 2024 stellten die Einsatzkräfte 9,5 Kilometer illegale Langleine mit 171 Haken sicher. Beim Einholen hatte die Leine sieben Gelbflossen-Thunfische, einen Marlin und einen jungen Seidenhai gefangen. Ein Gelbflossen-Thunfisch war noch am Leben und konnte freigelassen werden.

Langleinen werden im Südpazifik regelmässig zum Thunfischfang eingesetzt. Langleinen gelten als kritisch, da sie unter anderem wahllos fangen und töten.

Ein Polizeibeamter aus Tuvalu übergibt dem Kapitän der Lu Rong Yuan Yu 138 seinen Bericht. Foto: Youenn Kerdavid/Sea Shepherd Global.

Erfahre mehr über die Operation Tuvalu: https://www.seashepherd.ch/de-ch/unsere-kampagnen/tuvalu-1/

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