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237 Lockbojen aus dem Mittelmeer entfernt

Donnerstag, 21 Okt, 2021

Die Crew von Sea Shepherd hat während der Operation Siso in den letzten zwei Monaten die Rekordzahl von 237 illegalen Lockbojen (auch Fish Aggregation Devices/FADs genannt) aus dem Mittelmeer entfernt. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der tödlichen Fischereiausrüstung, die durch unsere Freiwilligen jedes Jahr aus dem Meer geborgen wird.

Foto von Guido Cantini für Sea Shepherd Italia

Die FADs bestehen aus einer am Meeresboden verankerten Polypropylen-Schnur, ein paar Schwimmern aus Kunststoffkanistern oder –fässern sowie großen Blättern wie Palmblätter an der Wasseroberfläche, die Fische anlocken. Die Fische versammeln sich unter den Blättern, bevor sie von den Fischern umkreist und mit ihren Netzen gefangen werden. Dabei gelangt jeder Fisch, unabhängig von Größe und Alter, in die Netze. Zudem sind die Schnüre, welche laut Gesetz biologisch abbaubar sein müssen, häufig die Todesursache vieler Schildkröten. Sie verfangen sich und ersticken oder sterben wenig später an ihren Wunden. Darüber hinaus werden auch zurückgelassene illegale Treibnetze im Mittelmeer zu Todesfallen, in denen sich Schildkröten, Delfine, Pottwale, Finnwale und Haie verfangen.

Operation Siso hat in den vergangenen fünf Jahren diese illegalen Fischereiaktivitäten bekämpft und so viel Plastik wie möglich aus dem Mittelmeer geborgen. Im Jahr 2021 konnten dank des Einsatzes der Crews an Bord der M/Y Sea Eagle, mit Admiral Giuseppe de Giorgi a. D. (ehemaliger Stabschef der italienischen Marine), und der M/Y Conrad, unter der Führung von Captain Roberta Pietrasanta, rekordverdächtige Ergebnisse erzielt werden. Unterstützt wurde die Flotte von der Hunter, einem Schlauchboot, das 40 Knoten erreichen kann.

Der Kampagnenerfolg wurde durch die Unterstützung von Italiens Umweltministerium, der Küstenwache, den Hafenmeistereien und der Finanzpolizei ermöglicht. Palermos Bürgermeister begleitete die M/Y Conrad einen Tag am Hafen, um die Entsorgung von Tonnen von Plastik zu bezeugen. Er bezeichnete die illegale Fischereiausrüstung als Umweltkatastrophe, was durch den Sekretär des Umweltministeriums bei einem Besuch an Bord unterstrichen wurde. Finanziell unterstützt wurde Operation Siso durch Allianz, der Italienischen Buddhistischen Union, Davines S.p.A., Smile Wave, der Iris Ceramica Group Foundation, Sebastiano Cossia Castiglioni, Jane Patterson, Georgina Enthoven sowie Valerie und Cyril, um nur einige zu nennen.

"237 FAD, von denen einige an der kalabrischen Küste geborgen wurden, sind nun keine Todesursache mehr", freut sich Andrea Morello, Präsident von Sea Shepherd Italia. Er betont, dass diese Zahl ein alarmierender Indikator für die Plastikverschmutzung des Mittelmeers ist, da Sea Shepherd jährlich den Vorjahresrekord übertrifft. „Diese Zahlen wurden auch dank einer neuen Unterstützung erreicht“, fährt Morello fort. „Eine Drohne hilft uns, Stellen zu identifizieren, an denen Lockbojen ausgesetzt werden und ermöglicht erstmalig das Aussetzen der FADs zu dokumentieren.“

Ein Meer voll mit Plastik und durch illegale Fischerei dezimiert, ist ein sterbendes Meer. „Wenn die Meere sterben, dann sterben auch wir.“ Sea Shepherds Warnung, die nicht länger ignoriert werden kann.

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