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Eine neue globale Initiative: Stop the Grind

Donnerstag, 07 Okt, 2021

Sea Shepherd und die Beratungsfirma Shared Planet haben eine globale Initiative mit dem Namen „Stop the Grind“ ins Leben gerufen. Sie fordern ein Ende des als Grind bekannten Wal- und Delfinschlachtens auf den Färöern. Die neue Plattform soll gleichgesinnte Organisationen und Menschen zusammenbringen, um gemeinsam Druck auf die örtliche Regierung auszuüben und ein Verbot des Grinds durchzusetzen.

Der Zusammenschluss ist eine Reaktion auf das jüngste Grind am 12. September, bei dem 1'428 Weissseitendelfine getötet wurden – vermutlich die größte organisierte Tötung von Delfinen aller Zeiten. Während die färöische Regierung gerade die Vorschriften Grinds überprüft, ist das Ziel der Initiative den Druck zu erhöhen, damit diese Jagd auf Delfine und Grindwale endgültig verboten wird. Die wesentliche Argumentation ist dabei, dass, trotz ihrer kulturellen und historischen Bedeutung für die Färinger, die Jagd grausam, ökologisch nicht nachhaltig, schlecht reguliert und gegen europäische und örtliche Tierschutznormen verstösst. Zudem gefährden die hohen Quecksilbermengen im Delfin- und Walfleisch die Gesundheit der Färinger. Auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt, wird die Initiative eine fortlaufende Kampagne führen, um eine Veränderung der Politik und ein Ende des Grinds zu erreichen.

"Über die schockierende Grausamkeit des Grinds hinaus gibt es noch weitere sehr ernste und bedenkliche Probleme. Es scheint sich um eine unregulierte Treibjagd zu handeln, bei der es keine Quoten, keine Jagdsaison und anscheinend wenig bis gar keine Aufsicht und Kontrolle gibt. In einer Zeit, in der wir den Kollaps von Ökosystemen beobachten, insbesondere besorgniserregend in unseren Ozeanen, können wir wichtige Arten nicht auf diese Weise behandeln. Ich habe mich der Initiative ‚Stop the Grind‘ angeschlossen, um der färöischen Regierung klarzumachen, dass es nun wirklich reicht und dass es an der Zeit ist, das Grind zu beenden."

Deborah Meaden, Unternehmerin und britischer Fernsehstar

Die erste Handlung der Initiative ist das Einreichen eines offenen Briefes an den Premierminister der Färöer, als Reaktion auf die Überprüfung der Delfinjagd durch die färöische Regierung. Der Brief fordert die Regierung auf, die Tradition „in die Geschichtsbücher und in die Museen zu verbannen“ und „eine neue, positive kulturelle Beziehung zu Walen und dem Ozean aufzubauen“. Es wird argumentiert, dass die Erhaltung und Wiederherstellung der Delfin- und Walbestände eine wichtige wirtschaftliche Chance darstellt und dass ein Verbot des Grinds „eine Win-win-Situation für die Gesundheit der Bevölkerung, den Tourismus und die Erhaltung der Walarten des Atlantiks ist“.

Die Initiative ist in der letzten Woche schnell gewachsen und umfasst mittlerweile 30 Partnerorganisationen und mehr als 5'600 Einzelpersonen. Außerdem wächst sie täglich weiter, da sie Unternehmen, NGOs, Naturschützer, Fernsehmoderatoren sowie Politiker weltweit anspricht. Zu den Mitgliedern gehören Chris Packham, Steve Backshall, Deborah Meaden, Ben Goldsmith, Peter Egan, der Direktor von Seaspiracy Ali Tabrizi, Dale Vince OBE, Ross McCall und umweltorientierte NGOs wie Sea Shepherd, Oceans Asia, Conservative Environment Network, People’s Trust for Endangered Species, Born Free, British Divers Marine Life Rescue, Blue Marine Foundation und Blue Planet Society. Außerdem setzen sich eine Reihe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Brüssel für Maßnahmen auf europäischer Ebene ein. Dazu gehören Grace O’Sullivan, Tiziana Beghin, Martin Buschmann, Sylwia Spurek, Jutta Paulus, Petra Austrevicius und Ville Niinisto.

"Das jährliche Abschlachten von Weißseitendelfinen und Grindwalen auf den Färöern war schon immer ein unmenschliches modernes Spektakel, das als kulturelles Erbe getarnt wurde. Aber besonders in diesem Jahr hat das Grind zu einer beispiellosen Tötung und Grausamkeit geführt, die die Welt schockiert hat – einschließlich der Färinger und Dänen. Diese wunderschönen Tiere haben eine Schlüsselrolle in unseren marinen Ökosystemen und sollten ganz einfach in Ruhe gelassen werden. Gemeinsam mit den Beteiligten von "Stop the Grind" und vielen meiner Kolleginnen und Kollegen im Europäischen Parlament fordern wird die EU, Grossbritannien, die färöische Regierung und alle, die ein Interesse am Schutz dieser gefährdeten Wale haben, auf, dem sinnlosen Abschlachten ein Ende zu setzen."

Grace O’Sullivan, Mitglied des Europäischen Parlaments für Südirland

Zusätzlich zu dem offenen Brief unterstützt die Initiative die Petition von Dominic Dyer an das britische Parlament, in der bis zum Ende des Grinds Handelssanktionen gegen die färöische Regierung gefordert werden. Aktuell hat diese bereits über 40'000 Unterschriften. Außerdem wird in Kürze ein weiterer offener Brief an den Premierminister und die Mitglieder der britischen Regierung ausgehändigt, welcher bereits über 5'500 Unterschriften hat. Darin wird die britische Regierung aufgefordert, in Anbetracht ihrer Führungsrolle bei der COP 26 und der anstehenden Weltklimakonferenz in Glasgow, Maßnahmen zu ergreifen. Stop the Grind wird auch den Protest gegen den Walfang auf den Färöern und in Japan unterstützen, der für den 16. Oktober am Trafalgar Square, London, geplant ist.

"Ich habe mich "Stop the Grind" angeschlossen, weil wir gemeinsam etwas tun müssen, um diese grausame und inakzeptable Praxis zu beenden. Die Färinger sind sich zwar der kulturellen und historischen Bedeutung bewusst, müssen aber die grosse internationale Besorgnis verstehen und dieses Kapitel ihrer Geschichte beenden. Dies ist entscheidend für den Schutz der wertvollen Delfin- und Walarten im Atlantik."

Chris Packham, TV-Moderator und Naturforscher

Über #stopthegrind:

Stop the Grind ist eine globale Bewegung von Organisationen und Einzelpersonen, die zusammenarbeiten, um das Grind auf den Färöern zu stoppen. Es handelt sich um eine langfristige Kampagne, welche eine Vielzahl von Aktivitäten einschließt, mit dem Ziel, Druck auf die Regierung auszuüben. Heute gehören zu der Koalition 30 Partnerorganisationen und Einzelpersonen aus der ganzen Welt. Weitere Informationen unter: stopthegrind.org/ (Englisch).

Informationen über Sea Shepherds Geschichte im Kampf gegen das Grind

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