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Drei Trawler in Gabuns Meeresschutzgebiet festgesetzt

Dienstag, 21 Jul, 2026

Am 18. Juli gelang es Fischereiinspektoren und der Marine Gabuns, drei industrielle Grundschleppnetzfischer während einer Patrouille mit der Age of Union zu entern und festzusetzen. Die Schiffe waren zuvor beim illegalen Fischfang in einem der grössten Meeresschutzgebiete des Landes entdeckt worden.

Gabunische Soldaten gehen an Bord der „Chang Hui 01“. Foto: Bridget O’Hara/Sea Shepherd Global.
Gabunische Behörden inspizieren die Gefrierkammern der „Chang Hui 01“. Foto: Bridget O'Hara/Sea Shepherd Global.
Eines der riesigen Schleppnetze auf der „Rong Chang 26“. Foto: Bridget O'Hara/Sea Shepherd Global.

Die Rong Chang 19, die Rong Chang 26 und die Chang Hui 01 wurden vom Radar der Age of Union als Teil einer Flotte von fünf Trawlern identifiziert. Diese fischten etwa zehn Kilometer innerhalb der gabunischen Hoheitsgewässer, nachdem sie die südliche Seegrenze des Landes überquert hatten.

Als sich Schlauchboote der Age of Union mit Blaulicht näherten, kappte einer der Trawler sein Schleppnetz und warf es über Bord. Offenbar sollte dadurch Beweismaterial vernichtet werden, bevor das Schiff in Richtung internationale Gewässer floh.

Das Schiff wurde abgefangen, festgesetzt und das weggeworfene Netz als Beweismittel sichergestellt. Zwei weitere Trawler derselben Flotte wurden ebenfalls verfolgt und gestoppt, bevor sie entkommen konnten.

An Bord der Schiffe stellten die Fischereiinspektoren fest, dass alle drei Trawler ohne gültige Fanglizenzen im Einsatz waren und keine Schiffspapiere vorweisen konnten.

Ein Oktopus versucht, von der Rong Chang 19 zu entkommen. Foto: Bridget O'Hara/Sea Shepherd Global.
Auf der Rong Chang 26 gefangener Katzenhai. Foto: Sophie Lin/Sea Shepherd Global.
Fischer sortieren den Fang auf den industriellen Trawlern. Foto: Sophie Lin/Sea Shepherd Global.
Ein Engelhai wird auf der Rong Chang 26 vermessen. Foto: Sophie Lin/Sea Shepherd Global.

Festsetzung in einem der grössten Meeresschutzgebiete Afrikas

Die Schiffe wurden im Grand-Sud-Reservat abgefangen, dem grössten Meeresschutzgebiet Gabuns und einem der grössten in West- und Zentralafrika. Das 2017 eingerichtete Gebiet schützt einen der weltweit wichtigsten Niststrände für Lederschildkröten sowie die Ökosysteme des flachen Kontinentalschelfs, die als Lebensraum für Fische, Haie, Rochen und unzählige andere Meerestiere dienen.

Gabun gilt international als Vorreiter im Bereich des Meeresschutzes. Das Land verwaltet das grösste Netzwerk von Meeresschutzgebieten in Afrika, wodurch mehr als 26 % seiner Seegebiete geschützt sind.

„Weltweit existieren viele Meeresschutzgebiete nur auf dem Papier. In Gabun hingegen werden sie tatsächlich durchgesetzt. Ohne Kontrolle sind Schutzgebiete jedoch wirkungslos und bieten keinen Schutz vor illegaler Fischerei. Die gemeinsamen Patrouillen mit Sea Shepherd zeigen, dass die Regierung Gabuns ihre Schutzgebiete nicht nur ausruft, sondern auch aktiv verteidigt. Illegale Fangschiffe werden aufgespürt, gestoppt und zur Rechenschaft gezogen.

Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor Sea Shepherd Global

Nach ihrer Festsetzung wurden die drei Trawler von Einheiten der Marine in Begleitung der Age of Union etwa 200 Kilometer bis nach Libreville eskortiert. Dort verbleiben sie bis zum Abschluss der Ermittlungen.

Die Age of Union begleitet die festgesetzten Schiffe in den Hafen. Foto: Bridget O'Hara/Sea Shepherd Global.

OPERATION ALBACORE: Zehn Jahre Partnerschaft zum Schutz der Gewässer Gabuns

2026 markiert das zehnjährige Bestehen von Operation Albacore, der langjährigen Partnerschaft zwischen Sea Shepherd Global und der Regierung Gabuns. Seit 2016 hat die Zusammenarbeit mit Sea Shepherd Global zu Hunderten Inspektionen auf See und zur Festsetzung von sechzehn Schiffen wegen illegaler Fischerei und weiterer Verstösse geführt.

Operation Albacore ist Teil des umfassenderen Programms von Sea Shepherd Global, bei dem Küsten- und Inselstaaten zivile Patrouillenschiffe bereitgestellt werden, um den nationalen Behörden die Durchsetzung von Fischerei- und Naturschutzgesetzen in ihren eigenen Gewässern zu ermöglichen. Seit 2016 arbeitet Sea Shepherd mit den Regierungen von Gabun, Liberia, Gambia, Sierra Leone, Namibia, São Tomé und Príncipe, Benin, Tansania und zuletzt Tuvalu zusammen. Diese Partnerschaften haben insgesamt zur Festsetzung von 105 Schiffen wegen illegaler Fischerei und anderer Fischereiverbrechen geführt.

Die Festsetzungen erfolgten nur wenige Wochen, nachdem die Regierung Gabuns die Beendigung des seit 19 Jahren bestehenden Abkommens über eine nachhaltige Fischereipartnerschaft mit der Europäischen Union angekündigt hatte. Das Land begründete diesen Schritt damit, dass es durch das Abkommen keinen fairen wirtschaftlichen Nutzen erzielt habe, da weniger als 8 % des endgültigen Marktwerts des in seinen Gewässern gefangenen Thunfischs in Gabun verblieben.

Weitere Informationen zu Operation Albacorehttps://www.seashepherd.ch/de-ch/unsere-kampagnen/operation-albacore-de/

Sea Shepherd's RHIB 'Viking' circles the Chang Hui 01 while Gabonese soldiers secure the vessel. Photo Bridget O'Hara/Sea Shepherd Global.
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