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Kein Krill bei Alnatura

Donnerstag, 18 Jun, 2026

Alnatura, eines der bedeutendsten Bio-Lebensmittelunternehmen Deutschlands, hat erklärt, keine Produkte aus Krill zu verkaufen. Auch künftig sollen solche Produkte nicht ins Sortiment aufgenommen werden.

Alnatura betreibt über 150 „Super Natur Märkte“ in Deutschland. Die Eigenmarke ist zudem bei Einzelhandelsketten wie Rossmann, Müller oder Edeka erhältlich, sowie bei Migros in der Schweiz. Als eine der angesehensten Bio-Einzelhandelsmarken in Deutschland bekräftigt Alnatura mit dieser öffentlichen Erklärung, dass Krillöl nicht mehr mit den Nachhaltigkeitsrichtlinien des Handels vereinbar ist.

„Der Schutz einzigartiger Ökosysteme wie der Antarktis hat für Alnatura höchste Priorität. Krill ist ein zentraler Bestandteil dieses Ökosystems und durch Überfischung bedroht. Deshalb vertreibt Alnatura keine Produkte aus Krill, weder unter der eigenen Marke noch im Sortiment der Super Natur Märkte. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Sagt Prof. Dr. Götz E. Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura im Schriftwechsel mit Sea Shepherd

Diese Entscheidung geht zurück auf die kritische Beobachtung der antarktischen Krillfischerei, die Sea Shepherd durch mehrere Expeditionen im Südpolarmeer ausgelöst hat. Während dieser Einsätze dokumentierte die Organisation wiederholt, wie Supertrawler inmitten jagender Walschulen in einem vorgeschlagenen Meeresschutzgebiet operierten.

Krill ist eine Schlüsselart im Südpolarmeer, von der zahlreiche Arten, darunter Wale, Pinguine und Robben, abhängig sind. Gehen die Krillpopulationen zurück, gerät das gesamte antarktische Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass die Krillbestände rund um die Antarktische Halbinsel, dem Schwerpunktgebiet der Krillfischerei, seit den 1970er-Jahren möglicherweise um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sind.

Anfang dieses Jahres haben die beiden grössten deutschen Drogeriemarktketten Rossmann und dm gegenüber Sea Shepherd Global bestätigt, dass sie Krillöl-Nahrungsergänzungsmittel und andere aus Krill gewonnene Produkte schrittweise aus ihrem Sortiment nehmen werden.

Zusammen decken Rossmann und dm etwa 85 Prozent des deutschen Drogeriemarktes ab. Damit verpflichtet sich die überwältigende Mehrheit der Branche, künftig auf Krillprodukte zu verzichten.

Mit diesem Statement zeigt Alnatura, dass dieser Wandel nicht nur Apotheken und Drogeriemärkte, sondern inzwischen auch den klassischen Lebensmitteleinzelhandel betrifft. Diese Entscheidung könnte andere nachhaltig ausgerichtete Lebensmittelhändler dazu ermutigen, ähnliche Richtlinien zu übernehmen.

"Innerhalb weniger Monate hat sich Deutschland vom Zentrum des europäischen Krillölmarktes zu einem der Orte auf dem Kontinent entwickelt, an denen der Kauf von Krillprodukten am schwierigsten ist."

Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor Sea Shepherd Global.

„Deutschland war einst der mit Abstand größte Markt für Nahrungsergänzungsmittel auf Krillölbasis und deckte fast zehn Prozent der weltweiten Nachfrage. Noch vor zwei Jahren gingen Analysten davon aus, dass Deutschland auch langfristig der dominierende europäische Markt für Krillprodukte bleiben würde. Diese Erwartung hat sich jedoch inzwischen vollständig ins Gegenteil verkehrt," sagt Peter Hammarstedt.

"Bald werden Produkte auf Krillbasis in vier Fünfteln der deutschen Drogerien nicht mehr erhältlich sein, und dank der Vorreiterrolle von Alnatura werden sie auch in Lebensmittelgeschäften immer schwerer zu finden. Dieser bemerkenswerte Wandel zeigt, wie schnell sich Märkte verändern können, wenn Unternehmen sich dazu entscheiden, ihre Richtlinien mit dem Schutz des antarktischen Ökosystems in Einklang zu bringen“.

Erfahre mehr darüber, wie Sea Shepherd die erste Selbstverpflichtung im Detailhandel zur schrittweisen Einstellung des Verkaufs von Krillprodukten mitgestaltet hat.

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