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Time Health verpflichtet sich als erster Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, den Verkauf von Krill-Produkten einzustellen
Freitag, 27 Mär, 2026
Time Health, ein in Grossbritannien ansässiger Hersteller und Händler von Nahrungsergänzungsmitteln, hat sich verpflichtet, in den kommenden Monaten alle Produkte auf Krillbasis aus seinem Sortiment zu nehmen. Damit ist er der erste Hersteller, der die „Antarctic Krill Pledge“ unterzeichnet hat.
Die von dem britischen Einzelhändler Holland & Barrett verfasste und in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd Global entwickelte Selbstverpflichtung zielt darauf ab, den Krill zu schützen, eine Schlüsselart des antarktischen Ökosystems, und lautet: „Krill ist die Grundlage des Lebens in der Antarktis. Als Einzelhändler sind wir uns bewusst, dass unsere Beschaffungsentscheidungen Ökosysteme weit über unsere Regale hinaus beeinflussen. In Zusammenarbeit mit Sea Shepherd verpflichten wir uns, die antarktischen Ökosysteme zu schützen, indem wir den Druck auf den Krill verringern, eine Art, die für Wale, Pinguine, Robben und das gesamte marine Nahrungsnetz unverzichtbar ist.“
Ausserdem werden Unternehmen aufgefordert, sich öffentlich zu transparenten Zeitplänen für den Ausstieg zu verpflichten und zu versichern, in Zukunft keine Produkte auf Krillbasis mehr anzubieten. Sowohl Unternehmen, die derzeit Krillprodukte verkaufen, als auch solche, die dies nicht tun, werden zur Unterzeichnung aufgefordert.
„Sea Shepherd applaudiert Time Health dafür, dass das Unternehmen als erster Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln die ‚Antarctic Krill Pledge‘ unterzeichnet hat und sich damit dem Einzelhändler Holland & Barrett anschliesst, der sich ebenfalls dazu verpflichtet hat, die Produktion und den Verkauf von Produkten auf Krillbasis einzustellen. Der Schutz der Antarktis erfordert entschlossenes Führungshandeln in der gesamten Nutrazeutika-Branche – vom Einzelhandel bis hin zu den Lieferanten –, und das Beispiel von Time Health setzt einen klaren Massstab, dem andere Hersteller folgen sollten.“
- Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor Sea Shepherd Global
Die Ankündigung erfolgt zum Abschluss der sechswöchigen Antarktisexpedition des Sea Shepherd-Schiffs Allankay, bei der die Besatzung den zunehmenden Konflikt zwischen Walen und industriellen Supertrawlern dokumentierte, die beide um Krill konkurrieren. Die Organisation hat Alarm geschlagen wegen schwächer werdender Vorschriften für die rasch expandierende Krillfischerei.
Krill ist eine Schlüsselart im Südlichen Ozean, die die von Phytoplankton aufgenommene Energie in eine Nahrungsquelle umwandelt, von der Wale, Pinguine, Robben und unzählige andere Arten leben. Ein Rückgang der Krillpopulationen kann das gesamte antarktische Ökosystem destabilisieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Krilldichte rund um die Antarktische Halbinsel – wo ein Grossteil des Fischfangs stattfindet – seit den 1970er Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen sein könnte.
Eine wichtige Schutzmassnahme, die eine Verteilung der Krillfischerei auf ein grösseres geografisches Gebiet vorschreibt – um das Risiko einer lokalen Erschöpfung zu verringern – wurde im vergangenen Jahr nicht verlängert. Infolgedessen konzentriert sich der Fischereiaufwand zunehmend auf Biodiversitäts-Hotspots, was den Druck auf die antarktische Tierwelt verstärkt.
Anfang dieses Monats legten die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC) und der World Wildlife Fund (WWF) offiziell Einspruch gegen die Rezertifizierung der antarktischen Krillfischerei als „nachhaltig“ durch den Marine Stewardship Council (MSC) ein und forderten ein sofortiges Moratorium für den Krillfang – eine bedeutende Entwicklung, insbesondere angesichts der Tatsache, dass der WWF eine Gründungsorganisation des MSC ist.
„Da sich unser Verständnis der ökologischen Aspekte im Zusammenhang mit dem Krillfang weiterentwickelt hat, haben wir beschlossen, die ‚Antarctic Krill Pledge‘ von Sea Shepherd zu unterzeichnen und Produkte auf Krillbasis schrittweise aus dem Sortiment zu nehmen. Als Unternehmen unterstützen wir Initiativen, die sich auf den Schutz und die Wiederherstellung kritischer Ökosysteme konzentrieren, die die Kohlenstoffbindung fördern, und es wurde immer deutlicher, dass die weitere Herstellung von Produkten, die Krill enthalten, nicht mit dieser Ausrichtung vereinbar war. Auch wenn es innerhalb der Wissenschaft und der Regulierungsbehörden unterschiedliche Ansichten gibt, erkennen wir die ökologische Bedeutung von Krill innerhalb des antarktischen Ökosystems an und glauben, dass es der richtige Zeitpunkt ist, eine proaktive Haltung einzunehmen.“
- Pressesprecher von Time Health
Holland & Barrett war der erste grosse Einzelhändler, der sich öffentlich dazu verpflichtet hat, den Verkauf von Produkten auf Krillbasis einzustellen, und angekündigt hat, den gesamten Verkauf bis April 2026 einzustellen.
Kürzlich bestätigte Deutschlands grösster Drogerie-Einzelhändler, dm-drogerie markt (allgemein bekannt als dm), dass auch er den Verkauf von Krillprodukten in seinen mehr als 4'000 europäischen Filialen einstellen wird.
Erfahre mehr über die Antarctis Defense Kampagne von Sea Shepherd