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Mit Müller werden über 94 % des deutschen Drogeriemarkts krillfrei

Dienstag, 08 Sep, 2026

Müller, eine der drei grössten Drogerieketten Deutschlands mit 964 Filialen in neun Ländern, unterzeichnet als erste deutsche Drogeriekette die Initiative „Antarctic Krill Pledge“. Diese freiwillige Unternehmensverpflichtung wurde von der britischen Einzelhandelskette Holland & Barrett in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd Global entwickelt. Sie ermutigt Einzelhändler, den Verkauf von Krillölprodukten dauerhaft einzustellen.

Ein Eselspinguin füttert sein Junges in der Antarktis mit Krill. Foto: Roman Wipfli / Sea Shepherd Global

Mit der Unterzeichnung verpflichtete sich Müller, die Krillölprodukte schrittweise aus dem Sortiment zu nehmen, künftig keine neuen mehr aufzunehmen und diese Entscheidung transparent zu kommunizieren.

Müller ist die erste der drei grossen deutschen Drogerieketten, die den Antarctic Krill Pledge unterzeichnet hat. Bereits Anfang des Jahres hatten dm-drogeriemarkt (dm) und Rossmann gegenüber Sea Shepherd bestätigt, den Verkauf aller Produkte auf Krillbasis einzustellen. Die Initiative haben sie jedoch noch nicht unterzeichnet. Sea Shepherd begrüsste die Entscheidung, die Restbestände abzuverkaufen, und ermutigt beide Unternehmen, den zusätzlichen Schritt zu gehen und den Antarctic Krill Pledge zu unterzeichnen.

Müller, Rossmann und dm machen zusammen mehr als 94 % der Drogeriestandorte in Deutschland aus. Ihre Entscheidungen bedeuten, dass sich der Grossteil des deutschen Drogeriesektors nun dazu verpflichtet hat, krillfrei zu werden. Zu Beginn des Jahres haben wohl nur wenige in der Krillindustrie einen derart drastischen Wandel auf dem Markt vorhergesehen.

„Noch vor zwei Jahren deuteten Marktprognosen darauf hin, dass Deutschland den europäischen Krillmarkt mindestens bis 2031 dominieren würde. Anfang dieses Jahres war Deutschland mit einem Anteil von fast 10 % der weltweiten Nachfrage der grösste Einzelmarkt für Krillölpräparate. Diese Entwicklung hat sich jedoch inzwischen grundlegend geändert. Innerhalb weniger Monate haben mehr als 94 % der deutschen Drogeriefilialen Krillölprodukte aus ihrem Sortiment genommen. Damit haben wir einen Kipppunkt und vermutlich den Beginn eines umfassenden Wandels in Europa erreicht.“

Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor von Sea Shepherd Global.

Sea Shepherds direkte Dokumentation der Krillfischerei hilft, das Blatt zu wenden

Die Entscheidung von Müller folgt auf die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit für die antarktische Krillfischerei, die durch vier aufeinanderfolgende Sea-Shepherd-Expeditionen im Südpolarmeer ausgelöst wurde.

Während dieser Kampagnen dokumentierte Sea Shepherd wiederholt, wie industrielle Supertrawler in einem vorgeschlagenen Meeresschutzgebiet inmitten von jagenden Walschulen operierten. Das gesammelte Bildmaterial sowie die Bedenken hinsichtlich der unzureichenden Regulierung der expandierenden Krillfischerei wurden dem Einzelhandel, inklusive Müller, vorgelegt.

Krill ist eine Schlüsselart im Südpolarmeer, von der zahlreiche andere Arten abhängen, darunter Wale, Pinguine und Robben. Sinken die Krillpopulationen, gerät das gesamte antarktische Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Krilldichte rund um die Antarktische Halbinsel, dem hauptsächlichen Fanggebiet der Fischerei, seit den 1970er-Jahren um bis zu 80 % zurückgegangen sein könnte.

Ein Grossteil des in der Antarktis gefangenen Krills wird zu Krillöl verarbeitet, das in Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Für die Gewinnung des Öls müssen Wildtiere aus dem antarktischen Nahrungsnetz entnommen werden, obwohl es mit Omega-3-Präparaten aus Algen eine weit verbreitete Alternative gibt.

Eine Schutzmassnahme, die die Krillfischerei auf grössere geografische Gebiete verteilen sollte, um lokale Überfischung zu vermeiden, wurde im Jahr 2024 nicht verlängert. Seitdem konzentriert sich der Fischereidruck zunehmend auf besonders artenreiche Gebiete, was die Belastung des Ökosystems weiter verstärkt. Anfang des Jahres kehrte die Allankay aus der Antarktis zurück. Zuvor hatte das Schiff die Arbeit eines unabhängigen Wissenschaftlerteams unterstützt, das die Überschneidungen zwischen der Krillfischerei und den Nahrungsgebieten von Walen untersucht hatte.

Wie stark sich der Druck auf das antarktische Ökosystem bereits auswirkt, zeigt auch die Entwicklung des Antarktischen Seebären: Zu Beginn dieses Jahres stufte die Weltnaturschutzunion (IUCN) ihn als stark gefährdet ein. Sein Überleben hängt unmittelbar vom Antarktischen Krill ab.

„Die Kombination der in der Antarktis gesammelten Beweise und die anhaltende Aufklärungsarbeit fangen nun an, die Marktkräfte zu verschieben. Müller erweist sich hierbei als Vorreiter im Naturschutz. Die Verbrauchernachfrage im bis vor Kurzem weltweit größten Markt für Krillöl-Nahrungsergänzungsmittel verändert sich grundlegend. Dies zeigt, welchen Einfluss der Einzelhandel auf den Schutz der Antarktis hat, wenn er sich für Alternativen entscheidet, die nicht von der Entnahme von Wildtieren aus dem Südpolarmeer abhängen.“

Peter Hammarstedt, Kampagnendirektor von Sea Shepherd Global.

Mach mit und hilf uns, weitere Händler krillfrei zu machen!

Zwar haben bereits viele Händler ein starkes Zeichen gesetzt, doch noch immer verkaufen zahlreiche Geschäfte Krillprodukte. Mit dem Aktionstool von Sea Shepherd Global kannst du dabei helfen, das zu ändern:

• Geschäfte anschreiben: Mit fertigen Vorlagen kannst du Händler kontaktieren, die noch Krillprodukte führen.

• Geschäfte melden: Trage Läden mit Krillprodukten ein, damit sie aufgenommen werden.

• Krillfrei einkaufen: Nutze das Tool, um Geschäfte in deiner Nähe zu finden und zu unterstützen, die keine Krillprodukte anbieten.

 Hier kannst du direkt loslegen

 

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